Mittwoch, 15. Oktober 2014

Helft Katalonien





Helft Katalonien ist eine Gruppe von Freiwilligen, die es sich vor mehr als drei Jahren zur Aufgabe gemacht hat, die katalanische Realität durch die digitalen Medien international zu verbreiten. Die Freiwilligen sind von verschiedenen Nationalitäten und aus verschiedenen Ländern und haben keine leitende oder konkrete politische Ideologie. Sie versichern, dass sie mit keiner politischen Partei verbunden sind. Ihr Hauptziel ist es, über den “versteckten Krieg, den Spanien gegen das katalanische Volk führt” zu berichten, wie die Gruppe bestätigt. Weitere Aufgaben sind, das Recht zur Selbstbestimmung zu verbreiten, eine Volksabstimmung durchzuführen, die katalanische Sprache zu verteidigen und den demokratischen Prozess zu garantieren.

Ihre Mission ist es, “für die Katalanen zu sprechen, die frei sein wollen und die internationale Unterstützung suchen, um sich von dem systematischen Missbrauch des spanischen Staates zu befreien”. Deshalb veröffentlichen sie eigene Artikel und übersetzen Nachrichten, die in den Medien erscheinen, vor allem ins Englische, Französische, Italienische, Deutsche und Spanische, aber auch ins Russische, Niederländische und Polnische.

2013 kam es zu einer Vereinbarung der Zusammenarbeit mit dem Cercle Català de Negocis, um die wirtschaftlichen Aspekte eines unabhängigen Kataloniens zu internationalisieren.

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Mittwoch, 13. August 2014

In den USA spricht man kein Englisch

Stellen wir uns für einen Moment vor, dass in den Vereinigten Staaten die Regierung von Barack Obama entscheidet, dass die Sprache, die in seinem Land gesprochen wird, das “Nordamerikanische” ist, welches nichts mit dem Englischen zu tun hat. Es ist klar, dass es Unterschiede in der Aussprache und Lexikon zwischen der Sprache der Britischen Inseln und den USA gibt, aber niemand würde darauf kommen, zu sagen, dass es sich nicht um die selbe Sprache handelt. Auf den Balearen und in Valencia* ist genau dies der Fall.

Im 13. Jahrhundert, als die muslimische Bevölkerung aus Valencia und von den balearischen Inseln vertrieben war, kam der Großteil der Personen, die diese Gebiete wiederbevölkert haben, aus Katalonien. Diese Katalanen brachten die katalanische Sprache, Küche und einen großen Teil ihrer Bräuche mit sich. Obwohl Historiker und Philologen verschiedener Universitäten diesen Fakt bestätigen, ignorieren die Präsidenten der Balearen und von Valencia (beide von der PP) ihn und fahren fort, ihre Gebiete kulturell vom Katalanischen abzugrenzen. In Valencia benutzt man den Namen “valencià” (Valencianisch) um das Wort “català” (Katalanisch) zu vermeiden; auf den Balearen wird jeweils der Name der Insel verwendet (z.B. die Sprache, die auf Mallorca gesprochen wird, wird “mallorquí” (Mallorquinisch) genannt).

Mit der festen Absicht, die Sprache der Inseln von dem Katalanischen abzutrennen, hat der balearische Präsident José Ramón Bauzà vorgeschlagen, dass in den Nachrichten Artikel (= Begleiter) verwendet werden, die von Teilen der Bevölkerung irrtümlicherweise als eindeutig mallorquinisch identifiziert werden. Sie vergessen oder ignorieren, dass diese in manchen Teilen der Balearen gar nicht verwendet werden und in der Sprache und in (Orts-)Namen in Katalonien ebenfalls vorkommen. Kurioserweise findet man auf den Karten von Katalonien mehr Ortsnamen mit diesen “ach so mallorquinischen” Artikeln (genannt “articles salats”;  es / sa anstelle el / la) als auf den Balearen. Auch hier ignorierte Bauzà die Überlegungen der Universität der Balearischen Inseln und dem Institut für Katalanische Studien -- die beiden Einrichtungen, die die Regierung der Balearen bisher in linguistischen Fragen konsultiert hatte. Stattdessen hat er eine angefangen, eine Art “Sprachkreationismus” zu lehren -- zum Glück für die Gesundheit der Inselbewohner lässt Bauzà die medizinischen Fragen allerdings in den Händen der Medizin!

Dies ist nur eine der Strategien, die die PP-Regierung auf den Inseln benutzt, um die Bevölkerung zu verwirren und um der katalanischen Sprache und Kultur zu schaden. Die Diskreditierung und Verachtung der Verwendung der Sprache der Inseln ist auch eine Strategie, die in den letzten Jahren vollkommen ausgenutzt wurde, um die Inseln zurück in die Zeit der Franco-Diktatur zu bringen. So ist es zum Beispiel nicht notwendig, Katalanischkenntnisse nachzuweisen, um eine offizielle Position in der Regierung der Balearen zu bekommen. Somit ist es nicht garantiert, dass einem Bürger der Balearen auf der Sprache geholfen werden kann, die er spricht und die -- nach der Verfassung -- den selben Status haben soll wie das Spanische.

Die Situation könnte sich noch weiter verschlechtern, wenn Katalonien ein unabhängiger Staat wird. Vor ein paar Tagen hat ein Analyst die Nachrichten, die von der spanischen Rechten durchsickern, so zusammengefasst: “Wenn Katalonien unabhängig wird, wird die Misshandlung eurer Kultur nichts sein im Vergleich zu dem, was wir mit den Valencianern und auf den balearischen Inseln tun. Wir werden uns an euch rächen.” In Valencia wurde das katalanische Radio und Fernsehen geschlossen. Auf den Balearen wurde ein Bildungsplan anerkannt, der das Katalanische ausschließt und die 30 Jahre andauernde Tradition von linguistischer Immersion abbricht. Somit ist das einzige Mittel verschwunden, das garantierte, dass jeder das Recht hat, die Sprache der Balearen zu lernen -- ein Recht, das zwar in der spanischen Verfassung steht, aber das nicht von der Regierung von Bauzà respektiert wird: einem Mann, der die Senyera (katalanische Flagge) verboten hat, eine Flagge, die weiterhin an den historischen Gebäuden und Institutionen der Inseln gehisst ist und ebenfalls den katalanischen Sprach- und Kulturraum verbindet. Die Flagge von Bauzà und seinen Verbündeten ist eine andere: die der Ignoranz.

Miquel Piris
@MiquelPiris

* “Valencia” bezieht sich in diesem Artikel auf das “País Valencià”, das heißt auf die gesamte autonome Gemeinschaft Valencia.

Englisch
Französisch

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Freitag, 11. Juli 2014

Katalonien zeigt seine Solidarität mit Jaume Sastre, der sich im Hungerstreik befindet, um den Katalanischunterricht auf den balearischen Inseln zu verteidigen



Helft Katalonien hat auf den sozialen Netzwerken eine Kampagne angestoßen, die darin besteht, ein Foto von sich mit einem Schild mit der Aufschrift “#Solidarity with #HungerStrikeForCatalan” (Solidarität mit dem Hungerstreik fürs Katalanische) zu machen, um Solidarität mit dem Protest zugunsten der Sprache zu zeigen, der sich auf den Balearen entwickelt; und auch mit dem Hungerstreik für Unterricht auf Katalanisch, für die Verteidigung der Immersion und um international bekannt zu machen, wie unsere Sprache im spanischen Staat leidet. Die Kampagne hat die Aufmerksamkeit von Journalisten erregt, die nicht wissen, dass die Sprache, die in Gegenden wie Valencia und Mallorca gesprochen wird, die selbe ist, wie die in Katalonien.

Unter den Unterstützern finden sich auch bekannte Persönlichkeiten wie die Europaabgeordneten von katalanischen Parteien: Ernest Urtasun der ICV, Ramon Tremosa der CiU und Josep Ma Terricabras der ERC; außerdem Joanjo Puigcorbé, Otto Ozzols vor dem Freiheitsdenkmal in Riga, Joan Herrera, Dolors Camats, Ester Capella, Agustí Colomines, Quim Arrufat,...


Mehr Informationen über die Kampagne finden Sie auf: www.helpcatalonia.cat

Das Schild können Sie auf http://www.helpcatalonia.cat/2014/05/selfie-for-solidarity-with.html herunterladen und viele der bereits geschossenen Fotos im Facebook-Album auf https://www.facebook.com/Helpcatalonia/media_set?set=a.821243457887799&type=1 anschauen.

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Samstag, 28. Juni 2014

Google bezeichnet das Katalanische als eine der zehn aktivsten Sprachen der Welt


Vertreter der amerikanischen Firma betonen die große Präsenz der Sprache im Verhältnis zur Anzahl ihrer Sprecher

Das Katalanische befindet sich bereits unter den zehn aktivsten Sprachen der Welt. Dies haben die Vertreter der Firma Google in einer Präsentation im Rahmen des zweiten Convit-Kongress bestätigt, der in Reus stattfand und der die Themen Unternehmen, Sprache und Immigration behandelt. Die Angestellten der amerikanischen Firma betonten die große Präsenz der Sprache im Verhältnis zur Anzahl ihrer Sprecher -- 10 Millionen Menschen -- und erklärten die Unterschiede im Ranking zwischen den Sprachen, die auch außerhalb ihrer territorialen Grenzen aktiv sind und denen, die nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen Aktivität zeigen. 

Außerdem haben die Vertreter von Google darauf hingewiesen, dass in einer Weltfirma wie ihrer die Mehrsprachigkeit etwas ganz natürliches ist und dass es normal ist, von Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, umgeben zu sein.

Josep M. Canyelles schreibt in seinem Blog “Responsabilitat Global”: “zwischen den kuriosen Daten die sie mitgebracht haben, hat der Vertreter der Firma Google, Luis Collado (Leiter von Google Books und Google News in Spanien und Portugal), hervorgehoben, dass das Katalanische sich im Ranking der Sprachpräsenz der westlichen/internationalen Sprachen zwischen dem 10. und 15. Platz befindet. Die Position ist nicht genau angegeben, da sie sich über die Zeit hinweg verändern kann, aber man kann nicht wirklich sagen, dass das Niveau der Präsenz enorm hoch ist, wenn man es in Relation setzt mit der Anzahl von 10 Millionen Sprechern. Man sollte dazusagen, dass Google in diesem Ranking zwischen den Sprachen unterscheidet, die über die Landesgrenzen hinweg aktiv sind und denen, die nur innerhalb dieser Aktivität zeigen. In diesem Sinne ist das Katalanische Teil des Rankings der internationalen Sprachen.
Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch

Àlvar Llobet



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Dienstag, 24. Juni 2014

Spanische Justiz setzt katalanische SchuldirektorInnen massiv unter Druck

Man stelle sich folgenden Fall vor: Eine Schweizer Familie, wohnhaft in Zürich, zieht vor Gericht, weil sie erreichen möchte, dass ihre Kinder den Schulunterricht auf Französisch erhalten. Ihr Wunsch stieße vermutlich auf taube Richterohren, zumal es in der Schweiz die Kantone sind, die die jeweilige Unterrichtssprache festlegen, und zwar in der Regel die Amtssprache des Schulortes. Ein absurdes Ansinnen also, möchte man meinen.

Nicht so in Spanien, genauer gesagt in Katalonien. Aber der Reihe nach: Nachdem die katalanische Sprache während der fast 40 Jahre dauernden Franco-Diktatur im gesamten öffentlichen Leben, also auch an Kataloniens Schulen verboten war, sprach 1978 das spanische Parlament dem Katalanischen den Status der “landeseigenen Sprache Kataloniens, auch in allen schulischen Bereichen” zu. Katalanisch wurde damit zur Unterrichtssprache Kataloniens. In den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte sich das katalanische Modell der sprachlichen Immersion, also des “Eintauchens” aller Schüler und Schülerinnen in die katalanische Sprache, zum wirkungsvollsten Werkzeug gesellschaftlicher Integration. Das katalanische Modell wurde denn auch 2008 von einer Expertenkommission des Europarates als vorbildlich bezeichnet. Kein Wunder also, dass dieses Modell den spanischen Fundamentalisten schon immer ein Dorn im Auge war.

So überraschte es wenig, als fünf Eltern in Barcelona, massiv unterstützt von einer resolut antikatalanischen Bürgerinitiative, mit der Forderung vor Gericht gingen, dass ihre Kinder in spanischer Sprache unterrichtet werden sollen. In diesem Zusammenhang muss man auch wissen, dass die Gerichte Kataloniens dem spanischen Staat unterstehen und die RichterInnen direkt von Madrid aus ernannt werden. In seinem Urteil hat der zuständige Richter in der Zwischenzeit verfügt, dass die Kinder der klagenden Eltern ein Recht darauf haben, mindestens 25% des Unterrichts - den Spanischunterricht nicht miteingerechnet – in spanischer Sprache zu erhalten. Dazu kommt noch, dass den DirektorInnen der betroffenen Schulen höchstpersönlich - nicht etwa der zuständigen Unterrichtsbehörde - ein Ultimatum gestellt wurde, innerhalb eines Monats diesen Gerichtsbeschluss an ihren Schulen umzusetzen und dem Gericht darüber Bericht zu erstatten.





Dass es der Justiz bei der Urteilsfindung wohl kaum darum gegangen ist, bei den SchülerInnen Kataloniens allfällige Spanischdefizite kompensieren zu wollen, beweist übrigens die Tatsache, dass sie bei den periodisch stattfindenden Leistungstests sogar immer leicht über dem Niveau jener SchülerInnen liegen, die in den ausschließlich spanischsprachigen Regionen zur Schule gehen.

Die zuständige katalanische Unterrichtsministerin Irene Rigau sieht hinter diesem Urteil denn auch politische Interessen und stellt dazu fest: “Es kann nicht sein, dass wegen acht von insgesamt 1,2 Millionen Schulkindern ein erfolgreiches Modell außer Kraft gesetzt wird.” Denn dieses Urteil bedeutet in der Praxis, dass diese Weisung in Kraft tritt, sobald die Eltern auch nur eines einzigen Kindes dieses Recht einfordern. Wahrlich ein demokratiepolitischer Geniestrei

Hans Bösch

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Sonntag, 15. Juni 2014

Keiner zwingt euch Galizisch zu sprechen

Ich versuche immer Konflikten, die von Anfang an zum Misserfolg verurteilt sind, aus dem Weg zu gehen. Manchmal jedoch, wenn ich absurde Dinge höre, kann ich auf eine Antwort nicht verzichten.

Ich bin nicht gegen irgendeine Kultur, Sprache oder Nation, aber ich ertrage die Politik des Hasses nicht oder das Eintrichtern von absurden Phrasen in die Köpfe einfacher Leute. Die Aussagen, die sie anschließend wiederholen, können, auch wenn sie komisch klingen, sehr gefährlich werden.
Auch wenn der Dialog, den ich mit einem Galizier führte, ziemlich gewohnt ist, verspür ich immer noch den Druck ihn kurz zu reflektieren.
Als er sich mir näherte stellte er mir eine Frage, die ich nicht verstand. Er machte einen normalen Eindruck, als hätte er wirklich eine offene Frage. Ich konnte nicht wissen, dass er Galizier war. Ich nehme an, dass man dies nicht anhand einer bestimmten Frisur oder der Form der Lippen beim sprechen erraten könne. Ich bin nicht Sherlock Holmes.


Freundlich sagte ich ihm, ich hätte ihn nicht verstanden und bat ihn, die Frage zu wiederholen. Unbewusst sprach ich auf Katalanisch, da es die Sprache ist, die ich gewöhnlich benutze. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass Worte der Höflichkeit für ihn der Köder eines großen Fischs wären. Es war der Fisch des Hasses und der Frustration über die gesamte Kultur, in dem sich der galizische Typ wiederfand.
„Sie zwingen mich Katalanisch zu sprechen“, fing er an zu schreien. „In Galizien zwingen wir niemanden Galizisch zu sprechen und hier wollen sie immer alle dazu zwingen Katalanisch zu sprechen.“


„Wer zwingt Dich?“ Ich versuchte den Kern des Problems zu verstehen. Aber der Typ hörte nicht auf zu schreien und es war unmöglich eine fruchtende Unterhaltung mit ihm zu führen.


„Sprich mit mir auf Galizisch oder Mandarin, wenn du kannst, denn je mehr Sprachen wir wissen, desto reicher sind wir.“ Ich versuchte ihn zu beruhigen, aber es gab keine Möglichkeit mit ihm zu kommunizieren. Er wiederholte nur andauernd dieselben Sätze. Schließlich warf ich ihm einen Blick der Gleichgültigkeit zu und ging um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Es tut mir leid, dass ich nicht auf eine Antwort, wer ihn zum Katalanisch sprechen zwingen wollte, bestand. Alle Katalanen, nehme ich an. Oder wie sie ihn dazu genötigt hätten. Aber ich schlussfolgere, dass weder der Zwang noch der Druck sehr stark gewesen sein mussten, denn der galizische Typ schien nicht ein Wort Katalanisch zu können, weder der Höflichkeit, noch der Unfreundlichkeit.




Anita Janczak


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Montag, 14. April 2014

“Respekt“ der Spanier für die katalanische Sprache und die Katalanen





Auf einer Klassenfahrt katalanischer Schüler nach Madrid, um das Pradomuseum zu besuchen: Die Mütter haben ihren Töchtern eingeschärft, dass sie sich zurückhaltend benehmen und aus politischen Diskussionen heraushalten sollen. Insbesondere nichts Katalanisches zur Schau tragen. In der Madrider Metro aber plaudern die Mädchen natürlich in ihrer Muttersprache. Ein älterer Herr ihnen gegenüber herrscht sie an: hier in Spanien hätten Sie gefälligst Spanisch zu sprechen. Ein Mädchen antwortet höflich auf Spanisch, dass sie gerne mit ihm Spanisch reden wolle, aber es sei doch unter Freundinnen etwas ungewohnt, nun plötzlich nicht mehr Katalanisch zu sprechen.

Antwort des Herrn: wenn er noch jünger wäre, würde er ihr eine Ohrfeige herunterhauen (auf Spanisch wörtlich „romper la cara“ – das Gesicht kaputtschlagen). Darauf erhebt sich ein junger Mann von der anderen Sitzbankreihe und bietet sich drohend an, das mit der Ohrfeige könne er gerne übernehmen. Die Mädchen flüchten sich schleunigst in den entgegengesetzten Teil des Waggons.

Diese Anekdote erzählt der Britte Matthew Tree zu Beginn seines katalanischen Buches Com explicar aquest país als estrangers (Wie erklär ich Ausländern dieses Land). Das interessante an der Anekdote ist, dass die Mütter der Mädchen das spanische Verhalten schon als erwartbar voraussahen und gewissermaßen als normal betrachteten.

Ich kann eine selbsterlebte Anekdote hinzufügen: Wir treten am Fuße des Teide, in Tenerife, an einen langen Holztisch im Freien vor einem Berggasthaus, an dem eine sympathische spanische Familie mit ihrem kleinen Jungen sitzt, und fragen, ob wir uns dazusetzen dürfen, was an dieser Stelle üblich scheint. Wir kommen ins Gespräch und werden gefragt, woher wir so gut Spanisch können. Ich erkläre, dass ich als Kind schon Spanisch gesprochen hätte und in Barcelona geboren sei. Antwort, ohne weiteres größeres Überlegen: „Ah, los enemigos!“ ( = „Aha, die Feinde!“) Das war durchaus nicht unfreundlich gesagt; vielleicht sogar mit einem verlegenen Lächeln. Aber es war völlig ernst gemeint: Katalanen sind unerwünscht in Spanien. Das ist einfach eine feststehende Tatsache. Das hat man als Spanier mit der Muttermilch und in der Schule aufgesaugt; auch wenn man überhaupt erst nach Francos Tod geboren ist. Und das schreibt die Mehrheit der spanischen Zeitungen tagtäglich. Für manche spanische Radiosender gehört es zu den beliebtesten Themen, die für hohe Einschaltquoten sorgen.

Auch Matthew Tree erzählt von einem Freund, der auf einer Hochzeitsfeier in Madrid im Gespräch mit einem anderen Eingeladenen das vollkommen ernst gemeinte Kompliment bekam, für einen Katalanen sei er eigentlich doch erstaunlich sympathisch. (Aber ein einziger sympatischer Katalane macht natürlich noch keinen Frühling.)

Die Schriftstellerin Empar Moliner erzählt, wie sie im Taxi vom Flughafen Madrid in die Stadt fährt und ihr Handy klingelt. Ein katalanischer Freund ist am Apparat, mit dem sie auf Katalanisch redet. Der Taxifahrer dreht sich empört um: „Aquí a España hablamos español!” Frau Moliner stutzt, aber entschließt sich, den Mann mit einer Lüge auf den Arm zu nehmen: “Hallo! Ich spreche doch Italienisch!” Antwort: “Ach so, o.k. No pasa nada!” (= No problem.) Der Herr Taxifahrer entscheidet ohne jegliche Gewissensbisse, was für Sprachen seine Kunden reden dürfen.

Matthew Tree erzählt weiter wie zwei Spanier jüngst im Instituto Cervantes in London die Katalanen als eine “colla de jueus”, eine Horde von Juden, bezeichnete. Franco hatte die Roten, also die Sozialisten und Kommunisten, sowie die Katalanen, die Juden und die Freimaurer als die Erzfeinde Spaniens bezeichnet, aber 34 Jahre nach seinem Ableben hätte man doch gedacht, dass so etwas der Vergangenheit angehört.



Es handelt sich bei diesen Ausfällen gegen alles Katalanische nicht um Einzelfälle, sondern um den allen bekannten Normalzustand. Katalanische Verlage rechnen damit, wenn ihre Autoren ins Spanische übersetzt publiziert werden. Es wird so weit wie möglich vermieden, den Autor als Katalanen zu outen. Mehrfach wurden Autoren bedrängt, auf den Satz “Aus dem Katalanischen übersetzt” auf dem Titelblatt zu verzichten.

Ein Justizbeamter des Sozialgerichts Nr. 2 in Badajoz (südwestlich von Madrid) erlaubt sich, einem Gericht in Barcelona folgende Mail zu schicken:

„Wir sehen, dass Ihre e-Mail in einer sehr merkwürdigen und sonderbaren Sprache verfasst ist, die gänzlich von der abweicht, die die offizielle Sprache unseres vaterländischen Territoriums ist. Wir würde Ihnen danken, wenn Sie uns den Text erneut zusenden könnten, aber dieses Mal korrekt verfasst und ohne Orthographiefehler, in der gemeinsamen Sprache unserer Nation, das heißt auf Spanisch, einer Sprache, in der die besten Werke der Weltliteratur geschrieben wurden und mit der die halbe Welt zivilisiert wurde und die praktisch auf der ganzen Welt gesprochen wird.“ Eine sehr zivilisierte Antwort eines Justizbeamten. Wenn diese Antwort öffentlich gemacht würde, könnte der Beamte sicher sein, dass er aus ganz Spanien Anerkennung für seinen gelungenen Scherz bekommen würde.

Der Pädagogikprofessor an der Universitat Autònoma von Barcelona, Enric Larreula, hat in seinem Buch Dolor de llengua (Sprachweh, oder Zungenweh – durchaus mehr als nur Bauchweh) auf 400 Seiten hunderte von Beispielen gegeben, wie man als Katalanischsprecher in Spanien gedemütigt wird. Er spricht von einer “gegen die katalanische Sprache gerichteten Pathologie, die fanatisch, fremdenfeindlich, pervers und krank” ist (S. 22). Aber nicht nur als Katalanischsprecher werden Katalanen in Spanien gedemütigt, sondern überhaupt als Katalanen. Man ist als Katalane in Spanien immer ein Mensch zweiter Klasse, dem schmackhaft gemacht werden soll, dass er ein Mensch erster Klasse, nämlich Spanier werden soll. Franco ist tot, aber sein Erbe lebt fort und wird offenbar fortleben, solange Katalonien ein Land unter spanischer Herrschaft bleibt.

Für die von Francoministern gegründete „populäre“ Partei des regierenden spanischen Ministerpräsidenten Rajoy ist jedes Schimpfen auf Katalonien und die Katalanen ein sicherer Stimmengewinn. Auch führende Mitglieder der zweitgrößten Partei, der Sozialistischen, gebärden sich zum Teil in unerträglicher Überheblichkeit gegenüber den demokratischen Forderungen der Katalanen. Katalonien erscheint ihnen als eine Frau, die man als spanischer Macho zu dominieren hat.

Äußerungen von exponierten Politikern bewegen sich weit unterhalb eines minimalen mitteleuropäischen Standards. Etwa die Äußerung des Vizepräsidenten des europäischen Parlaments, Vidal Quadras, in einer Europaparlamentssitzung im September 2012, den Katalanen bräuchte man nur die staatliche spanische Polizei, die Guardia Civil zu schicken, dann wäre das Thema Unabhängigkeit sofort erledigt. Man bedenke, dass der spanische Abgeordnete damit auf den Fall des Guardia-Civil-Obersten anspielt, der im Februar 1981 fast die spanische Demokratie mit der Schließung des Parlaments und mit einem Militärpusch beendet hätte. Ausgerechnet im Europäischen Parlament wird mit einer militärischen Auflösung eines Parlaments gedroht. Das demokratische Fingerspitzengefühl von Vidal Quadras ist dürftig. Der Europäische Parlamentspräsident Martin Schulz, guter Kenner Kataloniens und Leser und Bewunderer katalanischer Romanciers, konnte nur die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Der spanische Politiker Gregorio Peces Barba, der den ersten Entwurf der neuen spanischen Verfassung mit ausgearbeitet hatte, verstieg sich zu dem Scherz, man müsse Barcelona alle 50 Jahre bombardieren, damit die Katalanen ruhig hielten. Als sei er Besitzer der Iberischen Halbinsel sagte er: wir hätten uns lieber die Portugiesen behalten sollen und die Katalanen laufen lassen. Das ist die spanische Herrenmentalität in der Politik. Man kann sich vorstellen, dass für Katalonien das Zusammenleben mit solchen spanischen Politikern eine Qual ist.

Spanien und den spanischen Politikern der rechten, oft noch franconostalgischen Seite, fehlt, wie der Philophieprofessor der Universität Girona Josep Maria Terricabras sagt, die politische Kultur, die das Existieren und Respektieren von anderen eigenständigen Kulturen in Spanien als Kennzeichen von Demokratie einordnet. Anders sein und denken wird weiterhin als eine Attacke gegen die spanische Einheit empfunden. Der Umschwung zu einer demokratischen Kultur der Toleranz hat nicht stattgefunden.


Prof. Dr. Tilbert Dídac Stegmann

Deutscher Professor für Romanische Philologie an der Goethe-Universität Frankfurt am Main und Gründer der Biblioteca Catalana, der Katalanischen Bibliothek, in Frankfurt

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Samstag, 12. April 2014

Das Thema der katalanischen Sprache


Ich bin kein Zirkustier, welches von einem Trainer dressiert wurde um Katalanisch zu Sprechen und jetzt soll das Publikum applaudieren und mit Fischen oder Erdnüssen füttern. Ich bin daran gewöhnt andere Kulturen zu erleben, besitze zwei Studienabschlüsse und will so das soziale Leben genießen. Es tut mir sehr leid und ich schäme mich, wenn ich eine Zeitung aufschlage und ein Foto eines Ausländers sehe mit einer großen Schlagzeile wie z.B. : EIN CHINESE SPRICHT KATALANISCH, obwohl er nur zwei Wörter kann. Ob er es spricht oder wie er es spricht sollte nicht im Vordergrund stehen, es sollte selbstverständlich sein. Es ist nicht nötig, hieraus eine Show zu machen.

Ich weiß, dass in Katalonien die Sprach-Thematik komplizierter ist. Diese muss sich durchkämpfen, sich gegen die Spanischen-Sprache behaupten, damit sie nicht verschwindet. Aber anstatt ein paar "besondere Fälle" zu zeigen, sollte man es als selbstverständlich annehmen das in Katalonien Katalanisch gesprochen wird. Dies sollte überall üblich sein. Ein Ausländer spricht Katalanisch weil er es gelernt hat, so wie er auch in England Englisch lernen würde.

Ich spreche Katalanisch weil ich in Katalonien lebe, man braucht keine weiteren Gründe. Wenn jemand in ein Land umzieht, um dort zu leben, ist es selbstverständlich das die Sprache gelernt werden muss, die dort gesprochen wird. Wenn diese Person es nicht will, kann sie keiner dazu zwingen. Aber diese sollte mindestens die Kultur respektieren, in welcher sie lebt.

Ich komme aus Polen und spreche Katalanisch, aber ich beherrsche auch Spanisch, Englisch … Das ist nur eine der vielen Fähigkeiten welche ich in meinem Leben erworben habe und ich hoffe das ich weiterhin viele neue erlerne.


Anita Janczak

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Dienstag, 11. März 2014

Eine Ex-Ministerin der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens (PSOE) verspottet das Katalanische auf Twitter






Während der Prozess zur Selbstbestimmung voranschreitet, erreichen groteske und beleidigende Botschaften von einflussreichen spanischen Persönlichkeiten Katalonien. Das neueste Beispiel ist der Tweet der Ex-Ministerin für Wohnungsbau der PSOE und Rechtswissenschaftlerin Maria Antonia Trujillo. Sie antwortete auf ihrem Twitter mit der Frage: „Mal ehrlich, für welche wichtigen Angelegenheiten ist Katalanisch nützlich?” auf die Reaktionen zu einem von ihr veröffentlichtem Tweet, in dem sie diese Sprache so verspottet hatte: „Katalanisch ist eine passende Sprache, um in der London City zu kämpfen”.


Die Reaktionen auf derartige Attacke gegen die katalanische Sprache ließen nicht auf sich warten. Viele Nutzer beschwerten sich bei Trujillo auf ihrem Twitter über diese wenig angebrachten Worte, vor allem aus dem Mund einer ehemaligen führenden Staatsperson Spaniens und zudem als Mitglied einer fortschrittlichen Partei. Doch die Twitterin behielt den verachtenden Ton bei: Einem Nutzer, der kommentierte: „Man lernt Sprachen, um sich kulturell zu bilden”, antwortete Trujillo knapp: „Ja, aber nicht Katalanisch”. Um der Flut von Vorwürfen zu entgehen und die Einsicht ihrer Kommentare ohne ihre Erlaubnis zu vermeiden, stellte die Ex-Ministerin wenige Minuten später den Zugang zu ihrem Twitter auf „privat”.


Allerdings waren dies nicht die ersten polemischen Tweets von Maria Antonia Trujillo (@matrujil auf Twitter). Im Laufe der letzten Monate konnte man Aussagen wie diese von ihr lesen: „Wer Schulden hat, soll sie auch zahlen, dann hätte man sich nicht verschulden sollen” oder „Ich habe mich bei Canal Plus abgemeldet, vielleicht lade ich mir die Sachen illegal im Netz runter”.

English

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Sonntag, 2. März 2014

Do you speak Lapao?

Schon mal was gehört von Lapao? Nein? Dann ist euch diese Sprache vielleicht unter der Abkürzung LAPAO bekannt?!
Kurz die Vorgeschichte: La Franja del Ponent (auf der Karte in roter Farbe) ist Teil der Autonomen Region Aragonien (westlich von La Franja). Aufgrund seiner Grenzlage zu Katalonien (östlich von La Fanja) spricht ein Teil der Bevölkerung katalanisch. Seit 2009 war das Katalanische als Minderheitensprache
Aragoniens zumindest gesetzlich anerkannt, wenn auch nichts zu seiner Förderung unternommen wurde.Seit Donnerstag aber hat das Katalanische in dieser Region aufgehört zu existieren, zumindest offiziell: An diesem Tag hat nämlich die neue Präsidentin des Regionalparlaments, die frühere Vorsitzende des spanischen Parlaments und PP-Politikerin Luisa Fernanda Rudi ihr Wahlversprechen aus dem Jahre 2011 eingelöst und dieses “Sonderrecht” per Parlamentsbeschluss abgeschafft. Ab sofort lautet die offizielle Bezeichnung nicht mehr Katalanisch, sondern LAPAO, was die Abkürzung für Lengua aragonesa propia del área oriental ist, was wiederum so viel heisst wie Aragonische Sprache der östlichen Zone.
Doch damit nicht genug: Die offizielle Bezeichnung für das Aragonesische, eine der nach Einschätzung von Linguisten am meisten vom Aussterben bedrohten Sprachen Europas, lautet ab sofort Lapapyp, was die Abkürzung ist für Aragonesische Sprache der Pyrenäen und Vorpyrenäen.
Wie gross die Verachtung vieler spanisch-nationalistischer Politiker für alles “Nichtspanische” ist, kann man an solch grotesken Massnahmen ermessen.
Wie lautete doch einer der offiziellen Slogans Franco-Spaniens? Spain is different. Wie wahr, und das 38 Jahre nach dem Tod des Caudillo!

Der Fall Ponsatí
In einem ausführlichen Radio-Interview gibt die Universitätsprofessorin Clara Ponsatí bekannt, dass ihr Lehrauftrag als Gastprofessorin an der renommierten amerikanischen Universität Georgetown auf Grund der Intervention der spanischen Botschaft nicht wie von der Universitätsdirektion ausdrücklich gewünscht um ein zweites Jahr verlängert worden ist. Ponsatí war dieser Lehrstuhl im Rahmen des Stipendiums Prinz von Asturien zuerkannt worden, das unter spanischen Wissenschaftern als das begehrteste Stipendium gilt. Die Wissenschaftlerin hatte - auf Wunsch der Universität Georgetown - vor einigen Monaten an einer Fernsehdiskussion von
Aljazeera USA teilgenommen und dabei erklärt, dass sie die Idee eines unabhängigen Kataloniens unterstütze. Im Interview bezeichnete sich die Wissenschafterin als Opfer einer Säuberungspolitik, die das Ziel habe, im Ausland spanien-kritische katalanische Wissenschafter zum Schweigen zu bringen.
Ironie am Rande: Das Stipendium wird zu 100% aus Mitteln einer Unternehmensstiftung finanziert. Der spanische Staat steuert dazu keinen Cent bei, das Erziehungsministerium hat allerdings bei der Stipendiumsvergabe das Entscheidungsrecht. Auf Nachfrage von Journalisten zu diesem Fall erklärte Aussenminister José Manuel García-Margallo in überraschender Offenheit, dass die spanischen Botschaften es nicht erlauben werden, dass Gastprofessuren im Ausland dazu missbraucht würden, Sezessionsprozesse in Gang zu bringen.


Hans Bösch

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Sonntag, 23. Februar 2014

Eine Fahrkartenkontrolleurin zwingt einen Opa und seinen Enkel zum aussteigen, da sie Katalanen sind.






Der Mann meldet, dass die Kontrolleurin ihn angefaucht hätte: „Ich kann die Katalanen nicht ausstehen, und, verdammt, jetzt werdet ihr aussteigen.“

Josep Maria Sagrera, ein Anwohner aus Girona von 72 Jahren, hat eine Beschwerde bei Renfe eingereicht, da, wie er beschreibt, eine Fahrkartenkontrolleurin ihn und seinen 4 jährigen Enkel am vergangenen Donnerstag zum Aussteigen zwang während sie ihn auf Kastellan anherrschte: „Ich kann die Katalanen nicht ausstehen, und, verdammt, jetzt werdet ihr aussteigen.“ Der Betroffene hat den Vorgang gegenüber der Tageszeitung El Punt Avui detailliert beschrieben. Er hatte keine Fahrkarte für den Jungen gekauft, da er dachte, dass Kleinkinder nicht zu zahlen hatten. Als er Geld zum nachzahlen suchte, ließ die Schaffnerin den Zug in Montcada i Reixac halten und zwang sie zum Aussteigen.

Entsprechend der Beschreibung der Ereignisse, hatte Sagrera seinen Enkel in Barcelona abgeholt, wo dieser mit seinen Eltern lebt. Auf der Rückreise nach Girona mit dem Talgo, auf der Höhe vom Passeig de Gràcia, Hat die Schaffnerin nach den Fahrkarten gefragt. Als Sagrera sie auf Katalanisch fragte, ob der Junge zu zahlen hätte, antwortete ihm die Fahrkartenkontrolleurin auf ungebührliche Art und ,sehr erbost’, das seit diesem Jahr alle Kinder zu zahlen haben. Sagrera wollte zahlen und fragte nach, ob dies mit Karte möglich sei. Nachdem die Kontrolleurin ihm das verneinte sammelt er zum Zahlen Kleingeld und wurde zunehmend nervös. In diesem Moment herrschte Ihn die Schaffnerin auf Kastellan an: „Also jetzt habe ich keine Lust mehr. Ich kann die Katalanen nicht ausstehen, und, verdammt, jetzt werdet ihr aussteigen.“ Daraufhin brachte sie den Zug in Montcada i Reixac zum Halten und zwang die beiden auszusteigen.

Dieser Anwohner von Girona verlangt von Renfe die Rückerstattung seiner Fahrkarte und die 14 Euro, die er der Kontrolleurin für die Karte des Jungen gab, außerdem einen Schadensersatz für das Warten auf den nächsten Zug bzw den Zeitverlust , da zweifaches Umsteigen bis nach Girona nötig waren und sie somit mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Girona ankamen.

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Dienstag, 21. Januar 2014

Wieder einmal wurden die katalanischen Bürger im eigenen Haus in Bezug auf ihre Sprache diskriminiert

Das Arbeitsgericht Nr. 11 von Barcelona hat den Antrag des Anwalts Miquel Prats verweigert, Katalanisch als Sprache während des gerichtlichen Prozesses zu verwenden. Dabei stützt sich der Anwalt auf das Gesetz, dass erlaubt die Sprache für die jeweilige Bearbeitung auszuwählen. Die Tageszeitung El Punt Avui erklärt heute, der Antrag des Anwalts sei durch eine Verfügung seitens des Justizsekretariats am vergangenen 13. Oktober abgewiesen worden. Dieses Schreiben legt dar, dass die Anfrage nicht akzeptiert werden kann, da „ Spanisch die offizielle und gemeinsame Sprache des ganzen Staates sei ohne Beeinträchtigung des Rechts für eine der beteiligten Parteien bei Gebrauch einer der anderen Amtssprachen“.

Dieselbe Tageszeitung schreibt auch, dass im Anschluss an diese Antwort der Anwalt seine Beschwerde bei der Regierungsvertretung am katalanischen Gerichtshof präsentierte. Hierin erinnert er an die aktuell gültige Gesetzgebung, die Rechtsprechung und ein Abkommen mit dem Gerichtshof selbst bezüglich dieser Frage, die für sein Anliegen bürgen.



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Freitag, 20. Dezember 2013

Sechs Monate Gefängnis, 1000 Euros Bußgeld und Entzug der Fahrerlaubnis




Carles Mateu Blay, gebürtig aus Almenara in Castellón, der letzten Dezember in Almassora mehr als drei Stunden in einer Alkoholkontrolle festgehalten worden war, weil er Katalanisch gesprochen und sich geweigert hatte mit zwei Polizisten der zentralstaatlichen Guardia Civil auf Spanisch zu sprechen, ist nun wegen Ungehorsam vor Behörden zu einer Gefängnisstrafe von sechs Monaten und zum Entzug seiner Fahrerlaubnis für ein Jahr und einen Tag verurteilt worden.


In erster Instanz war er freigesprochen worden, aber das Landesgericht beschloss, den Freispruch aufzuheben, nachdem es der Berufung durch den Staatsanwalt stattgegeben hatte. Dieser hatte behauptet, dass der Beschuldigte die Polizeibeamten absichtlich durch einen sprachlichen Konflikt verwirrt hätte, um der Alkoholkontrolle zu entgehen bzw. diese zu verzögern. Außerdem wurde die Anzeige, die Mateu wegen ungerechtfertigter Anzeige gegen ihn erstattet hatte, zu den Akten gelegt.

Der Tathergang ereignete sich am vergangengen 21. Dezember um 17 Uhr als Mateu auf dem Weg war, seinen Sohn von der Schule abzuholen. Hinter Almassora wurde er von einer Guardia Civil Patrouille zu einer Alkoholkontrolle gestoppt. Mateu richtet sich auf Katalanisch (Sprache mit offiziellem Status in der Autonomie von Valencia) an die Polizisten, die sich ihrerseits mit ablehnender Haltung nur auf Spanisch an ihn richteten. Mateu führte das Gespräch trotzdem durchgehend auf Katalanisch. Dies irritierte die Polizisten schließlich derart, dass sie ihn mehr als drei Stunden lang festhielten und ihm drei Strafzettel ausstellten (mit Sanktionen von insgesamt 1000 Euro und 12 Punkten in der Fahrerlaubnis), bevor sie ihn dem Gutachten eines dritten Agenten übergaben. Dieser zeigte sich überrascht, als er die Anzeigen seiner Kollegen gegen Mateu wegen Nichtanschnallens im Auto, Nichttragens der Warnjacke und wegen Verweigerung der Alkoholkontrolle sah. Alle drei Anzeigen wurden von Mateu von Anfang an zurückgewiesen, der den Fall vor Gericht brachte. Dank der Zeugenaussage des dritten Polizeibeamten, der bestätigte, dass Mateu tatsächlich die Warnjacke trug und die Alkoholkontrolle vor Ort gemacht hatte, gewann Mateu den Prozess. Trotzdem hat Mateu nach der Berufung durch den Staatsanwalt und dem neuen Urteil des Landesgerichts erleben müssen, wie die Tatsache, dass er sich auf Katalanisch an zentralstaatliche Polizeibeamte wandte zu einem Urteil gegen ihn mit einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe und dem Entzug seiner Fahrerlaubnis für ein Jahr und einen Tag geführt hat.

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Montag, 14. Oktober 2013

Spanisch lernen beim Starkverlag = polit ische Beeinflussung der Schüler





Ich möchte Sie darüber informieren, dass der Starkverlag in seinem Klausurenbuch einen ganz extremen Artikel benutzt, der gewollt oder ungewollt zu einer negativen Beeinflussung deutscher Oberschüler in ihrem Bild von Katalonien führt.

Ich habe mich über Facebook mit dem Verlag in Verbindung gesetzt, habe aber leider nur eine generelle Antwort erhalten, die eine gewollte politische Beeinflussung negiert und ansonsten nicht auf das Tema eingeht (siehe unten).

Da ich leider über keinerlei Kontakte zu relevanten Ansprechpartnern verfüge wollte ich Sie fragen, ob Sie (und andere Katalandozenten in Deutschland) sich dieses Anliegens ein wenig annehmen könnten um den Starkverlag von seiner falschen Wahl des Artikels zu überzeugen.

Vielleicht kennen Sie diese Information über den Starkverlag, er erschien in Diálogo Libre.com "Alemania denuncia la inmersión monolingüe en catalán".


Ich würde gerne wissen wer für diesen Text verantwortlich ist. Er zeugt von einer sehr grossen Unkenntnis des Bilinguismus in Katalonien und beeinflusst deutsche Oberschüler bewusst negativ in ihrer Vorstellung katalanischer Schulen. Diesen Artikel sollten Sie streichen, er ist tendenziös und verzerrt die Realität, und sich im Gegensatz dazu lieber die Mühe machen die Errungenschaften des Schulsystems in Katalonien zu erklären. In einer Generation, ca. 20 Jahre, hat man erreicht, dass alle Schüler sowohl Katalanisch als auch Castellano erlernt haben. Die vorherigen Generationen können leider nicht oder nur sehr wenig in ihrer eigenen Sprache, d.h. Katalanisch, schreiben. Zu Ihrer Information sollten Sie wissen, dass Katalanische Abiturienten in ihrer Castellanoprüfung etwas über dem spanischen Durchschnitt liegen. Man sollte also annehmen, dass das System der Inmersion sehr erfolgreich ist. Natürlich "zwingt" es alle Schüler zum Katalanischen - ich möchte es Ihnen überlassen dies als positiv oder vielleicht auch negativ einzuschätzen. Nun noch ein kleines Beispiel um die Problematik zu verdeutlichen - man nehme Dänemark als Beispiel. Sicher können in Dänemark sehr viele Menschen Englisch, denn mit dieser Sprache werden sich die Dänen ausserhalb Dänemarks verständigen. In ihrem Lande sprechen sie jedoch Dänisch und deshalb wird in den Schulen sicherlich auch auf Dänisch gelehrt. Ich bin gerne bereit Ihnen mehr Informationen über dieses Tema zu geben. Meine Kinder (19 + 17) sind durch das katalanische Schulsystem gegangen und sprechen Katalanisch, Spanisch, Englisch, Französisch und Deutsch. ...


Mit freundlichen Grüssen

Isabel Teixidor
(Garriguella)

KONTAKT: info@stark-verlag.de

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Samstag, 9. Februar 2013

Geldstrafen von 5.000€ gegen Schulleiter, die Symbole zugunsten der katalanischen Sprache zeigen

Die balearische PP-Regierung (Partido Popular) erarbeitet ein Gesetz über den Gebrauch von den institutionellen Symbolen der Balearen. Der Gesetzestext sieht Geldstrafen von bis auf 5.000€ gegenSchuldirektoren von Bildungsstätten vor, die das Gesetz nicht befolgen. Mit dem Gesetz möchte vermieden werden, dass Schulen katalanische Fahnen aus Protest zeigen. Seit knapp einem Jahr wird gegen die von der regierenden PP aufgedrängte Auferlegung der spanischen Sprache auf der Schule protestiert. Die neue PP-Regierung hat damit den seit 30 Jahren herrschenden Konsens in Sache Schulwesen aufgebrochen. Der Konsens basierte auf der Übereinstimmung, dass in den ersten Schuljahren Katalanisch die Übermittlungssprache sei.

Sollte nun ein Schulverantwortlicher “die notwendigen Maßnahmen nicht ergreifen, um den laut dem neuen Gesetz nicht erlaubten oder gewilligten Gebrauch (der Sprache) zu vermeiden, wenn er das tun sollte”, so wird dies als strafbare grobe Übertretung verstanden. Die Hauptgewerkschaften der Balearen haben eine ähnliche Reaktion gezeigt.

Die Gewerkschaft Comisiones Obreras hat zum friedlichen Ungehorsam aufgerufen, denn laut ihr sei das Gesetz ein direkter Angriff gegen die akademische und Meinungsfreiheit. Ähnlich steht zu diesem Thema die Gewerkschaft STEI-i, die meint, dass es keinen Sinn habe, Schuldirektoren mit einer Geldstrafe zu ahnden, denn sie seien Stellvertreter der Verwaltung auf Schulen; es sei denn die Verwaltung wolle damit sich selbst bestrafen.

Quelle (übersetzt): http://dbalears.cat/actualitat/balears/multes-000-per-als-directors-incompleixin-llei-simbols.html

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Montag, 4. Februar 2013

Die realität gibt uns Katalanen recht

Spanien begrenzt sowohl auf kollektivem als auch auf individuellem Niveau sehr stark die Wachstumsmöglichkeiten und die Entwicklung der Menschen, die in Katalonien leben. Wir versuchen nachstehend zusammengefasst die Hauptpunkte aufzuzeigen, die diese Situation hervorgerufen haben und weiterhin hervorrufen.

1. -Das Steuerdefizit:

Man sagt, dass ein Territorium oder Land Steuerdefizit erleidet, wenn die Steuern, die auf diesem Territorium aufgebracht werden, höher sind als die Investitionen, die es vom Zentral -Staat bekommt. Seit dem Jahr 1986 hat Katalonien ein Steuerdefizit von 286.000 Millionen Euros erlitten. Das heisst, dass Katalonien dem Zentralstaat diesen Betrag bezahlt hat, ohne eine Gegenleistung zu erhalten. Deshalb haben die Firmen und Arbeiter Kataloniens weniger Beschäftigung und Kaufkraft, es wird weniger Reichtum geschaffen und es gibt weniger Konkurrenz. Verschiedene Studien zeigen auf, dass wenn der Zentralstaat in Katalonien das investierte, was Katalonien zusteht, man 300.000 Arbeitsplätze schaffen könnte, die jetzt ausserhalb Kataloniens geschaffen werden.

2.-Der Mittelmeerkorridor

Dieser Korridor ist die Zugverbindung von Andalusien-Murcia-Valencia und Katalonien mit Europa. Diese Regionen ergeben 40% der Bevölkerung des Staates und erarbeiten 40% des Reichtums. Dieser Korridor würde dieTransportkosten verringern, ersparte Zeit und Energie, würde den katalanischen Firmen ermöglichen, schnell ihre Produkte nach ganz Europa zu transportieren, durch die in Europa bestehende Konkurrenz eine bessere Qualität schaffen  und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Europa aufzeigen.
Die verschiedenen spanischen Regierungen jedoch haben anstatt diesen Korridor zu unterstützen, den Bau von Autovias (Autobahnen), AVE =Schnellzügen vorgezogen, alles Projekte, die  wegen der niedrigen wirtschaftlichen Rentabilität untragbar sind. Darüberhinaus will die Zentralregierung – ganz gegen den Willen der Europäischen Union – dass Spanien mit Europa verbunden werden soll durch einen Korridor, der über Madrid geht und durch einen Tunnel durch die Zentralpyrenäen Spanien mit Europa verbinden soll.
Die Strategie ist offenkundig: Katalonien soll vom Hauptverbindungsnetz für europäische Transporte isoliert werden.

3.-Der Flughafen von Barcelona
Die multinationalen Firmen und internationale Kongresse suchen ihren Verhandlungsort dort, wo die Verbindungsmóglichkeiten am besten sind. Barcelona hat dringend darum gebeten, dass sein Flughafen ein internationaler hub d.h. Zentrum für internationale und transatlantische Flüge für die Luftverbindungen werden sollte, um ausländische Investitionen, Tourismus und alle Arten von internationen Treffen anzulocken. Alle spanischen Regierungen haben dies immer verhindert, damit Barcleona nie mit Madrid in Konkurrenz treten kann. Dank dieser Haltung hat Madrid immer mehr neue ausländische Firmen angelockt (im Jahr 2011 waren es 85%. Auf diese Weise wird Katalonien immer mehr isoliert von den internationalen Flugrouten und ist nicht mehr attraktiv für neue Investoren. Dies hat wiederum zur Folge, dass  weniger Arbeitsplätze geschaffen werden können.

4.-Der Hafen von Barcelona ​​

Der Hafen von Barcelona ist von höchster Wichtigkeit für das wirtschaftliche Wachstum von Katalonien. Ebenso sind es die Kommunikationswege, wie der Flughafen, die Autobahnen und das Eisenbahnnetz. Die Regierung von Katalonien hat viel Anstrengungen und Bemühungen unternommen, damit der Hafen das Tor werde für den Seetransport aus Asien. Jedoch die Hindernisse für Erlaubnisse und Ermächtigungen und im Allgemeinen das Fehlen von Absicht für die Ausführung der notwendigen Strukturen von Seiten des Staates haben dazu geführt, dass bis heute noch nichts in dieser Richtung unternommen wurde. Die Strategie von seiten des Staates ist, Valencia zum Meeres-Ein- und – Ausgangstor von Madrid zu machen, und das wirtschaftliche Potential von Barcelona zu verringern. Seit dem Jahr 2006 hat die Regierung von Madrid versprochen, die Zugänge zum Hafen zu bauen, jedoch bis heute ist nichts in dieser Richtung unternommen worden. Zu allem Übel sind die Ein- und Ausfuhren des Hafens von Barcelona mit einer Steuer pro Kilogramm belegt, die jedoch andere Häfen nicht zu entrichten haben, noch ein Grad mehr an Schwierigkeiten, die unsere Firmen überwinden müssen, um konkurrenzfähig zu sein.

5.-AENA – Spanair:

Das Zentrum für das Flughafenmodell ist in Madrid, um diese Stadt zur wirtschaftlichen Hauptstadt Spaniens zu machen. Der Flughafen von Barcelona wird zum Sekundärflughafen degradiert. Nur Spanien und Rumänien haben dieses zentralisierte Modell der Flughafenverwaltung, während die grössten Flughäfen in der Welt eine autonome Verwaltung haben. Der spanische Staat hat es unmöglich gemacht, dass Spanair als eine neue Fluglinie operierte, indem er verhinderte, dass Barcelona ein internationales Flugzentrum wurde und damit zum Konkurrenten von Madrid.
Im Jahre 2011 wurden 900 000 Flugreisende gezwungen über Madrid zu reisen, um nach Barcelona zu kommen. Man nennt Madrid bereits, den trockenen Hafen.

6.-Autobahnen:

Seit Beginn der Autobahnen und bis heute, zahlt  Katalonien und seine Einwohner Mautgebühren. Die Konzessionsverlängerungen nehmen kein Ende. Und diese Verlängerungen, die 2012 gesetzlich festgelegt wurden, haben dazu gedient, die Autobahnen im spanischen Staat für die Bürger gratis zu machen und gleichzeitig das Defizit der Autobahnen von Madrid in Höhe von 200 Millionen Euros auszugleichen. Der Bau der Autobahnen und Schnellstrassen ist in stetigem Anstieg.
In Katalonien wurden in den letzten Jahren 20 km Autobahnen gebaut, in Madrid mehr als 600 km.

7.-Zug-Nah-Verkehr Barcelona:

Es wurde vertraglich festgelegt, das Gleisnetz der Züge, die Sicherheit der Züge, die Bahnhöfe, etc. der Städte Madrid und Barcelona zu verbessern. Der entsprechende Kostenvoranschlag belief sich auf 6.000 und 4.500 Millionen Euros. In Madrid wurden 100 % der vorgesehenen Verbesserungen durchgeführt, in Barcelona nur 15%. Barcelona hat ständig Unterbrechungen des Zugnetzes, durch Verspätungen, Unsicherheit der Bremsanlagen, Unfälle; die Sicherheit der katalanischen Zugbenutzer ist nicht wichtig. Aber gleichzeitig ist in Madrid der Höchstschnellzug ausgebaut worden und 2013 wird die Linie bis zum Flughafen T-4, dem Flughafen von Madrid gehen. Die Verbindung des Schnellzuges mit dem Flughafen von Barcelona jedoch wird abgelehnt. Es wird anderweitig weitergebaut, wie dies klar zu ersehen ist mit dem millionenschweren Ausbau des Schnellzuges von Madrid nach Galizien und von Madrid an die Grenze von Portugal (Portugal hat gesagt, dass es keine Zugverbindung herstellen wird) Der Ausbau dieser Linien beträgt 28.000 Millionen Euros.
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8.- N-II Girona ( Die Nationalstrasse –II Girona )

Die Todeslandstrasse N II von Girona bis an die französische Grenze. Dort verunglücken15-20 Menschen im Jahr tödlich . Im Jahr 2006 wurde eine zweite Trasse genehmigt, die 30.000 Fahrzeuge aufnehmen kann. Noch heute ist man dabei, die Trasse zu bauen und die Regierung der PP hat sogar vor kurzem den Weiterbau der zweiten Trasse gestoppt. Also steht dort jetzt eine Baustelle und die  Verkehrschwierigkeiten haben sich erhöht. Die Grundbesitzer der für den Bau enteigneten Grundstücke  haben noch immer nicht die Entschädigung für ihr Land erhalten.
Aber Spanien ist voller kostenloser Schnellstrassen, während man  auf der Nationalstrasse Girona sein Leben aufs Spiel setzt.

9.- Wichtige Strukturen des Landes, wie Zugverbindungen, Autobahnen, Flughafen etc.(Infrastruktur):  

Die Regierungen von Spanien und Katalonien haben gesetzlich vereinbart, dass die Ausgaben für grundlegenden Baustrukturen in Katalonien mindestens genauso hoch sein sollen, wie es das Bruttoinlandsprodukt (BIP)  ist, das Katalonien erarbeitet. Die Ausführung dieser Arbeiten jedoch sind durchschnittlich nur 67%, während in Madrid die Ausführung mehr als 110% beträgt. Das heisst, dass alle drei Jahre ein Jahr nichts in Katalonien investiert wird, und der spanische Staat sich diese Ausgaben erspart. Im Jahr 2011 wurden sogar nur 35% der vereinbarten und veranschlagten Arbeiten ausgeführt. Diese Verringerung der Investitionen in Katalonien schadet und beeinträchtigt sehr unsere Firmen und verdammt unsere Wirtschaft weniger konkurrenzfähig zu sein.

10.- Stipendien für Studium:
Katalonien hat 16% der Bevölkerung des Staates Spanien. Die katalanischen Studenten erhalten vom Kultusministerium jedoch nur 8% der Stipendien, während Madrid 58% der Stipendien erhält.  Ist es gerecht, die Entwicklung der jungen Menschen je nach ihrem Geburtsort zu fördern?

11.- Ausländische Investitionen:  
Jene Firmen, die in Madrid ihren sozialen Sitz haben, erhalten 85% der öffentlichen Subventionen, während die Firmen mit Firmensitz in Katalonien nur 5% erhalten. Ein weiterer Steuerraub an Katalonien.

12.- Grundgesetz Artikel 8:
In keiner Demokratie des Okzidents (der westlichen Welt) wird die politische Macht vom Militär überwacht. Das ist nur in Spanien der Fall, wo dies im Grundgesetz verankert ist.
Dieser Artikel ist eine ständige Bedrohung für ein demokratisches Volk.

13.-Urteil über das katalanische Grundgesetz.(Estatut) .
Wie ist es möglich, dass ein Gericht ein  Gesetz ändern oder anullieren kann, wenn es doch das Volk ist, das dem Gesetz zugestimmt hat? Dieses Gericht erweist sich dadurch als eine politische Macht, die über den Bürgern steht. Dieses politisierte Gericht ist nicht zuständig und kann nicht ein Gesetz verändern oder anullieren, das von einem ganzen Volk durch Referendum akzeptiert wurde.  Das einzige Ziel dieses Gerichts war, das Streben Kataloniens zu bremsen. Dieses Gericht ist nicht vertrauenswürdig, wir haben kein Vertrauen mehr in diesen  Gerichtshof. Der Gerichtshof garantiert nichts mehr, der Hof gehört der Zentralmacht Spaniens.


14.- Rechnungsausgleich 
Bis zum Überdruss hat man von seiten Kataloniens darauf bestanden, dass es Pflicht ist, alle Spanier darüber zu informieren, wie die Steuern verteilt werden, die von der ganzen Bevölkerung Spaniens aufgebracht werden. Schliesslich wurde im Jahr 2005 der Steuerbericht herausgegeben. Nach diesem Bericht, der die Jahre 1986 bis 2009 umfasst, hat Katalonien 286.000 Millionen Euros bezahlt und nichts dafür von seiten des Staates erhalten. Seither wurde niemals mehr eine öffentliche Aufstellung über die Steuerabgaben herausgegeben, obwohl das Gesetz dazu verplichtet. (Dies wird jedoch von den Regierungen - sei es die PP oder die Sozialisten -  ignoriert)




  

Die nachstehende Tabelle zeigt das Steuerdefizit pro Person. Im Jahr 2009 brachte jeder Bewohner Kataloniens, ganz egal welchen Alters, 2.251 Euros pro Jahr auf. Eine Familie von 4 Mitgliedern hatte demnach ein Steueraufkommen von 9.004,--Euros, ohne auch nur die kleinste Gegenleistung zu erhalten. Die Periode von 1986 bis 2009 zeigt, dass diese Familie Steuern im Wert von 179.740,-Euros aufgebracht haben, das ist der Wert einer Zweizimmerwohnung  – ohne, wie schon oben erwähnt,
eine Gegenleistung erhalten zu haben. 

15.-Der Fall Endesa (Elektrizitätswerk)
Alle erinnern wir uns der Lügen und falschen Aussagen die vom madrilenischen Zentralismus ausposaunt wurden gegen das Einkaufsangebot, das Gas Natural gemacht hat, um Endesa zu kaufen. Die Zentralregierung tat alles, was in ihren Händen lag, um zu vermeiden, dass Endesa in die Hände einer katalanischen Firma falle. Der Satz “eher deutsch als katalanisch” wird in die Geschichte eingehen. Letzten Endes hat Italien die Firma erworben, jedoch ihr zentraler Firmensitz ist in Madrid. 60% der Kunden sind Katalanen (Fecsa). In Spanien zu sein, ein Teil Spaniens zu sein, bringt keinen Vorteil.


16.- ETA: 
Die verschiedenen spanischen Regierungen argumentierten, dass es für eine Verhandlung einen demokratischen Hintergrund geben müsse und auf dem Verhandlungstisch keine Waffen liegen dürfen. Jetzt, wo 83% der Katalanen in einem Referendum ihre Meinung abgeben wollen, sagt die Zentralregierung  dass ein Referendum in Katalonien nicht legal ist. Immer hat die Zentralregierung eine Ausrede oder Interpretation bei der Hand, um gegen Katalonien zu arbeiten, obwohl die Abhaltung eines Referendums legal wäre, denn der Artikel 92 des spanischen Grundgesetzes beschreibt genau die hierfür zu unternehmenden Schritte: das Abgeordnetenhaus erlaubt das Referendum, der Präsident schlägt dies dem König vor und dieser ruft die Abhaltung des Referendums aus. Das ist die schweigende Mehrheit, die der PP-Regierung so gefällt....es lebe die Demokratie!


Die oben aufgeführten Themen  sind die Beweise, niemand kann sie widerlegen und leugnen. Die verschiedenen Zentralregierungen wollen, dass Katalonien Sklave der Zentralregierung wird, indem  der Hafen, der Flughafen und die Zugverbindungen ohne internationale Verbindungen sind und nicht konkurrenzfähig werden und auf diese Weise die Wirtschaft Kataloniens  erstickt wird. So bekommen sie Katalonien in ihre Hand. Katalonien ist ihr Feind. Katalonien ist für sie eine Drohung. Sie wollen, dass Katalonien weit enfernt bleibt von den grossen Kommunikationszentren für Waren, Personen und Wissen.
Die Zentralregierung investiert, ohne nach Wirtschaftlichkeit zu fragen, wo immer es ihr gefällt, mit dem einzigen Ziel, Wählerstimmen zu erringen und sich dauerhaft an der Macht zu halten. Die Drohungen sind die einzigen Argumente, die sie der demokratischen Forderung der Bevölkerung Kataloniens entgegensetzt.
Die Mehrheit der Bürger Kataloniens hat gesagt: jetzt reicht es uns. Es bleibt uns kein anderer Weg, als in Zukunft unseren eigenen Weg zu gehen, wenn wir vermeiden wollen, dass unsere individuelle und kollektive Zukunft zerstört wird.
Die Strategie von seiten der Regierung in Madrid ist klar:  Madrid wird gefördert, um Katalonien zu schwächen. Ist Katalonien erst einmal wirtschaftlich geschwächt, ist es ein Leichtes, es auch politisch zu schwächen.

Schlussfolgerung:

Die spanischen Regierungen hatten alle politischen, wirtschaftlichen, finanziellen und legalen Instrumente in ihren Händen, um das Land zu modernisieren. Sie waren jedoch nicht fähig, es zu tun und was immer sie unternommen haben, ist an ihrer Unfähigkeit gescheitert. MADE IN SPAIN, will niemand.


Mehr als 5 Millionen Arbeitslose, tausende von Firmen, die bankrott gemacht haben, tausende von Familien, die ihre Wohnung verloren haben und bis über die Ohren verschuldet sind, Beschneidung des Wohlfahrtsstaates, die Jugend muss Arbeit im Ausland suchen, die Pensions –und Rentenzahlungen laufen Gefahr, nicht bezahlt werden zu können, usw.usw.
Diese skandalösen Zahlen können  nicht manipuliert oder versteckt werden. Spanien ist das Synonym für Arbeitslosigkeit, das weiss heute alle Welt. Die höchste Arbeitslosenquote der Welt hat Spanien, das ist leider die harte Realität.
Die anhaltende und wiederholte Nichteinhaltung und die Manipulationen der unterschriebenen Verträge hat die Geduld der Menschen in Katalonien erschöpft und  die Mehrheit der Bürger von Katalonien ist zu dem Schluss gekommen, dass es nur einen Ausweg gibt, und dieser heisst: UNABHÄNGIGKEIT.

Wir wollen die Unabhängigkeit, um ein modernes, blühendes, gerechteres Land zu schaffen, voller Möglichkeiten für alle, die in diesem Land wohnen. Es geht nicht alleine darum, mehr Geld zu haben, sondern es handelt sich hier  auch um ein gemeinsames Zukunftsprojekt.

WÄHLE EINE DER PARTEIEN, DIE SICH KLAR UND OFFEN DAFÜR AUSSPRECHEN, DASS KATALONIEN EIN NEUER STAAT IN EUROPA WERDEN SOLL. ZWEIFLE NICHT  - WIR ALLE GEWINNEN MIT DIESEM PROJEKT.
                                                                                                        


Was ist die Katalanische Nationalversammlung (Assemblea Nacional Catalana (ANC)?

Die Katalanische Nationalversammlung ist eine ortsgebundene Basisbewegung. Das heisst, ihre treibende Kraft sind die Menschen, die an einem Ort leben und sich zusammengeschlossen haben, um für die Unabhängigkeit Kataloniens zu arbeiten.
Die verschiedenen Orte geben ihren Namen und fügen hinzu “…für die Unabhängigkeit”. So heisst es : “Matadepera für die Unabhängigkeit”, oder Blanes oder Sants, oder “Terrassa für die Unabhängigkeit”.
Die Katalanische Nationalversammlung basiert auf verschiedenen Gebieten und Sektoren der katalanischen Gesellschaft: So gibt es “Unternehmer für die Uabhängigkeit”, “Schauspieler für die Unabhängigkeit”… usw.
Sie ist eine unfassende Bewegung, die die Voraussetzungen fördert, um entweder ein Referendum über die Unabhängigkeit oder aber die einseitige Unabhängigkeitserklärung von Seiten des katalanischen Parlaments zu erreichen. Das Parlament muss dann diese  Erklärung durch ein Referendum ratifizieren. Die einzigen selbstauferlegten Grenzen für diese umfassende Bewegung (ANC) sind die Grundsätze der Demokratie und die absolute Respektierung der  Menschenrechte.

Die ANC (Katalanische Nationalversammlung) vereint alle Strömungen und Meinungen,  um die Unabhängigkeit Kataloniens zu erreichen. Sie besteht aus Frauen und Männern in Katalonien, die überzeugt sind, dass die einzige Möglichkeit, als Nation zu überleben, darin besteht, ein eigener Staat zu werden, ganz so wie ihn andere Nationen  der Welt haben.

Das Bestreben der Katalanischen Nationalversammlung besteht darin

-         eine Mehrheit in der Bürgerschaft zu erreichen, die für einen eigenständigen katalanischen Staat stimmt

-         die Erarbeitung der Grundlagen für einen demokratischen, modernen, solidarischen, gerechten und blühenden katalanischen Staat.

-         Die Aufrechterhaltung einer ehrlichen Solidaritätsverpflichtung gegenüber   anderen Völkern und Nationen

-         Die ANC ist  keine politische Partei, sie ist überparteilich und will  auch keine Partei ersetzen.

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