Mittwoch, 15. Oktober 2014

Helft Katalonien





Helft Katalonien ist eine Gruppe von Freiwilligen, die es sich vor mehr als drei Jahren zur Aufgabe gemacht hat, die katalanische Realität durch die digitalen Medien international zu verbreiten. Die Freiwilligen sind von verschiedenen Nationalitäten und aus verschiedenen Ländern und haben keine leitende oder konkrete politische Ideologie. Sie versichern, dass sie mit keiner politischen Partei verbunden sind. Ihr Hauptziel ist es, über den “versteckten Krieg, den Spanien gegen das katalanische Volk führt” zu berichten, wie die Gruppe bestätigt. Weitere Aufgaben sind, das Recht zur Selbstbestimmung zu verbreiten, eine Volksabstimmung durchzuführen, die katalanische Sprache zu verteidigen und den demokratischen Prozess zu garantieren.

Ihre Mission ist es, “für die Katalanen zu sprechen, die frei sein wollen und die internationale Unterstützung suchen, um sich von dem systematischen Missbrauch des spanischen Staates zu befreien”. Deshalb veröffentlichen sie eigene Artikel und übersetzen Nachrichten, die in den Medien erscheinen, vor allem ins Englische, Französische, Italienische, Deutsche und Spanische, aber auch ins Russische, Niederländische und Polnische.

2013 kam es zu einer Vereinbarung der Zusammenarbeit mit dem Cercle Català de Negocis, um die wirtschaftlichen Aspekte eines unabhängigen Kataloniens zu internationalisieren.

Read more »

Mittwoch, 13. August 2014

In den USA spricht man kein Englisch

Stellen wir uns für einen Moment vor, dass in den Vereinigten Staaten die Regierung von Barack Obama entscheidet, dass die Sprache, die in seinem Land gesprochen wird, das “Nordamerikanische” ist, welches nichts mit dem Englischen zu tun hat. Es ist klar, dass es Unterschiede in der Aussprache und Lexikon zwischen der Sprache der Britischen Inseln und den USA gibt, aber niemand würde darauf kommen, zu sagen, dass es sich nicht um die selbe Sprache handelt. Auf den Balearen und in Valencia* ist genau dies der Fall.

Im 13. Jahrhundert, als die muslimische Bevölkerung aus Valencia und von den balearischen Inseln vertrieben war, kam der Großteil der Personen, die diese Gebiete wiederbevölkert haben, aus Katalonien. Diese Katalanen brachten die katalanische Sprache, Küche und einen großen Teil ihrer Bräuche mit sich. Obwohl Historiker und Philologen verschiedener Universitäten diesen Fakt bestätigen, ignorieren die Präsidenten der Balearen und von Valencia (beide von der PP) ihn und fahren fort, ihre Gebiete kulturell vom Katalanischen abzugrenzen. In Valencia benutzt man den Namen “valencià” (Valencianisch) um das Wort “català” (Katalanisch) zu vermeiden; auf den Balearen wird jeweils der Name der Insel verwendet (z.B. die Sprache, die auf Mallorca gesprochen wird, wird “mallorquí” (Mallorquinisch) genannt).

Mit der festen Absicht, die Sprache der Inseln von dem Katalanischen abzutrennen, hat der balearische Präsident José Ramón Bauzà vorgeschlagen, dass in den Nachrichten Artikel (= Begleiter) verwendet werden, die von Teilen der Bevölkerung irrtümlicherweise als eindeutig mallorquinisch identifiziert werden. Sie vergessen oder ignorieren, dass diese in manchen Teilen der Balearen gar nicht verwendet werden und in der Sprache und in (Orts-)Namen in Katalonien ebenfalls vorkommen. Kurioserweise findet man auf den Karten von Katalonien mehr Ortsnamen mit diesen “ach so mallorquinischen” Artikeln (genannt “articles salats”;  es / sa anstelle el / la) als auf den Balearen. Auch hier ignorierte Bauzà die Überlegungen der Universität der Balearischen Inseln und dem Institut für Katalanische Studien -- die beiden Einrichtungen, die die Regierung der Balearen bisher in linguistischen Fragen konsultiert hatte. Stattdessen hat er eine angefangen, eine Art “Sprachkreationismus” zu lehren -- zum Glück für die Gesundheit der Inselbewohner lässt Bauzà die medizinischen Fragen allerdings in den Händen der Medizin!

Dies ist nur eine der Strategien, die die PP-Regierung auf den Inseln benutzt, um die Bevölkerung zu verwirren und um der katalanischen Sprache und Kultur zu schaden. Die Diskreditierung und Verachtung der Verwendung der Sprache der Inseln ist auch eine Strategie, die in den letzten Jahren vollkommen ausgenutzt wurde, um die Inseln zurück in die Zeit der Franco-Diktatur zu bringen. So ist es zum Beispiel nicht notwendig, Katalanischkenntnisse nachzuweisen, um eine offizielle Position in der Regierung der Balearen zu bekommen. Somit ist es nicht garantiert, dass einem Bürger der Balearen auf der Sprache geholfen werden kann, die er spricht und die -- nach der Verfassung -- den selben Status haben soll wie das Spanische.

Die Situation könnte sich noch weiter verschlechtern, wenn Katalonien ein unabhängiger Staat wird. Vor ein paar Tagen hat ein Analyst die Nachrichten, die von der spanischen Rechten durchsickern, so zusammengefasst: “Wenn Katalonien unabhängig wird, wird die Misshandlung eurer Kultur nichts sein im Vergleich zu dem, was wir mit den Valencianern und auf den balearischen Inseln tun. Wir werden uns an euch rächen.” In Valencia wurde das katalanische Radio und Fernsehen geschlossen. Auf den Balearen wurde ein Bildungsplan anerkannt, der das Katalanische ausschließt und die 30 Jahre andauernde Tradition von linguistischer Immersion abbricht. Somit ist das einzige Mittel verschwunden, das garantierte, dass jeder das Recht hat, die Sprache der Balearen zu lernen -- ein Recht, das zwar in der spanischen Verfassung steht, aber das nicht von der Regierung von Bauzà respektiert wird: einem Mann, der die Senyera (katalanische Flagge) verboten hat, eine Flagge, die weiterhin an den historischen Gebäuden und Institutionen der Inseln gehisst ist und ebenfalls den katalanischen Sprach- und Kulturraum verbindet. Die Flagge von Bauzà und seinen Verbündeten ist eine andere: die der Ignoranz.

Miquel Piris
@MiquelPiris

* “Valencia” bezieht sich in diesem Artikel auf das “País Valencià”, das heißt auf die gesamte autonome Gemeinschaft Valencia.

Englisch
Französisch

Read more »

Freitag, 11. Juli 2014

Katalonien zeigt seine Solidarität mit Jaume Sastre, der sich im Hungerstreik befindet, um den Katalanischunterricht auf den balearischen Inseln zu verteidigen



Helft Katalonien hat auf den sozialen Netzwerken eine Kampagne angestoßen, die darin besteht, ein Foto von sich mit einem Schild mit der Aufschrift “#Solidarity with #HungerStrikeForCatalan” (Solidarität mit dem Hungerstreik fürs Katalanische) zu machen, um Solidarität mit dem Protest zugunsten der Sprache zu zeigen, der sich auf den Balearen entwickelt; und auch mit dem Hungerstreik für Unterricht auf Katalanisch, für die Verteidigung der Immersion und um international bekannt zu machen, wie unsere Sprache im spanischen Staat leidet. Die Kampagne hat die Aufmerksamkeit von Journalisten erregt, die nicht wissen, dass die Sprache, die in Gegenden wie Valencia und Mallorca gesprochen wird, die selbe ist, wie die in Katalonien.

Unter den Unterstützern finden sich auch bekannte Persönlichkeiten wie die Europaabgeordneten von katalanischen Parteien: Ernest Urtasun der ICV, Ramon Tremosa der CiU und Josep Ma Terricabras der ERC; außerdem Joanjo Puigcorbé, Otto Ozzols vor dem Freiheitsdenkmal in Riga, Joan Herrera, Dolors Camats, Ester Capella, Agustí Colomines, Quim Arrufat,...


Mehr Informationen über die Kampagne finden Sie auf: www.helpcatalonia.cat

Das Schild können Sie auf http://www.helpcatalonia.cat/2014/05/selfie-for-solidarity-with.html herunterladen und viele der bereits geschossenen Fotos im Facebook-Album auf https://www.facebook.com/Helpcatalonia/media_set?set=a.821243457887799&type=1 anschauen.

Read more »

Samstag, 28. Juni 2014

Google bezeichnet das Katalanische als eine der zehn aktivsten Sprachen der Welt


Vertreter der amerikanischen Firma betonen die große Präsenz der Sprache im Verhältnis zur Anzahl ihrer Sprecher

Das Katalanische befindet sich bereits unter den zehn aktivsten Sprachen der Welt. Dies haben die Vertreter der Firma Google in einer Präsentation im Rahmen des zweiten Convit-Kongress bestätigt, der in Reus stattfand und der die Themen Unternehmen, Sprache und Immigration behandelt. Die Angestellten der amerikanischen Firma betonten die große Präsenz der Sprache im Verhältnis zur Anzahl ihrer Sprecher -- 10 Millionen Menschen -- und erklärten die Unterschiede im Ranking zwischen den Sprachen, die auch außerhalb ihrer territorialen Grenzen aktiv sind und denen, die nur innerhalb der eigenen Landesgrenzen Aktivität zeigen. 

Außerdem haben die Vertreter von Google darauf hingewiesen, dass in einer Weltfirma wie ihrer die Mehrsprachigkeit etwas ganz natürliches ist und dass es normal ist, von Menschen, die verschiedene Sprachen sprechen, umgeben zu sein.

Josep M. Canyelles schreibt in seinem Blog “Responsabilitat Global”: “zwischen den kuriosen Daten die sie mitgebracht haben, hat der Vertreter der Firma Google, Luis Collado (Leiter von Google Books und Google News in Spanien und Portugal), hervorgehoben, dass das Katalanische sich im Ranking der Sprachpräsenz der westlichen/internationalen Sprachen zwischen dem 10. und 15. Platz befindet. Die Position ist nicht genau angegeben, da sie sich über die Zeit hinweg verändern kann, aber man kann nicht wirklich sagen, dass das Niveau der Präsenz enorm hoch ist, wenn man es in Relation setzt mit der Anzahl von 10 Millionen Sprechern. Man sollte dazusagen, dass Google in diesem Ranking zwischen den Sprachen unterscheidet, die über die Landesgrenzen hinweg aktiv sind und denen, die nur innerhalb dieser Aktivität zeigen. In diesem Sinne ist das Katalanische Teil des Rankings der internationalen Sprachen.
Spanisch, Englisch, Französisch, Italienisch

Àlvar Llobet



Read more »

Dienstag, 24. Juni 2014

Spanische Justiz setzt katalanische SchuldirektorInnen massiv unter Druck

Man stelle sich folgenden Fall vor: Eine Schweizer Familie, wohnhaft in Zürich, zieht vor Gericht, weil sie erreichen möchte, dass ihre Kinder den Schulunterricht auf Französisch erhalten. Ihr Wunsch stieße vermutlich auf taube Richterohren, zumal es in der Schweiz die Kantone sind, die die jeweilige Unterrichtssprache festlegen, und zwar in der Regel die Amtssprache des Schulortes. Ein absurdes Ansinnen also, möchte man meinen.

Nicht so in Spanien, genauer gesagt in Katalonien. Aber der Reihe nach: Nachdem die katalanische Sprache während der fast 40 Jahre dauernden Franco-Diktatur im gesamten öffentlichen Leben, also auch an Kataloniens Schulen verboten war, sprach 1978 das spanische Parlament dem Katalanischen den Status der “landeseigenen Sprache Kataloniens, auch in allen schulischen Bereichen” zu. Katalanisch wurde damit zur Unterrichtssprache Kataloniens. In den vergangenen zwei Jahrzehnten entwickelte sich das katalanische Modell der sprachlichen Immersion, also des “Eintauchens” aller Schüler und Schülerinnen in die katalanische Sprache, zum wirkungsvollsten Werkzeug gesellschaftlicher Integration. Das katalanische Modell wurde denn auch 2008 von einer Expertenkommission des Europarates als vorbildlich bezeichnet. Kein Wunder also, dass dieses Modell den spanischen Fundamentalisten schon immer ein Dorn im Auge war.

So überraschte es wenig, als fünf Eltern in Barcelona, massiv unterstützt von einer resolut antikatalanischen Bürgerinitiative, mit der Forderung vor Gericht gingen, dass ihre Kinder in spanischer Sprache unterrichtet werden sollen. In diesem Zusammenhang muss man auch wissen, dass die Gerichte Kataloniens dem spanischen Staat unterstehen und die RichterInnen direkt von Madrid aus ernannt werden. In seinem Urteil hat der zuständige Richter in der Zwischenzeit verfügt, dass die Kinder der klagenden Eltern ein Recht darauf haben, mindestens 25% des Unterrichts - den Spanischunterricht nicht miteingerechnet – in spanischer Sprache zu erhalten. Dazu kommt noch, dass den DirektorInnen der betroffenen Schulen höchstpersönlich - nicht etwa der zuständigen Unterrichtsbehörde - ein Ultimatum gestellt wurde, innerhalb eines Monats diesen Gerichtsbeschluss an ihren Schulen umzusetzen und dem Gericht darüber Bericht zu erstatten.





Dass es der Justiz bei der Urteilsfindung wohl kaum darum gegangen ist, bei den SchülerInnen Kataloniens allfällige Spanischdefizite kompensieren zu wollen, beweist übrigens die Tatsache, dass sie bei den periodisch stattfindenden Leistungstests sogar immer leicht über dem Niveau jener SchülerInnen liegen, die in den ausschließlich spanischsprachigen Regionen zur Schule gehen.

Die zuständige katalanische Unterrichtsministerin Irene Rigau sieht hinter diesem Urteil denn auch politische Interessen und stellt dazu fest: “Es kann nicht sein, dass wegen acht von insgesamt 1,2 Millionen Schulkindern ein erfolgreiches Modell außer Kraft gesetzt wird.” Denn dieses Urteil bedeutet in der Praxis, dass diese Weisung in Kraft tritt, sobald die Eltern auch nur eines einzigen Kindes dieses Recht einfordern. Wahrlich ein demokratiepolitischer Geniestrei

Hans Bösch

Read more »

Sonntag, 15. Juni 2014

Keiner zwingt euch Galizisch zu sprechen

Ich versuche immer Konflikten, die von Anfang an zum Misserfolg verurteilt sind, aus dem Weg zu gehen. Manchmal jedoch, wenn ich absurde Dinge höre, kann ich auf eine Antwort nicht verzichten.

Ich bin nicht gegen irgendeine Kultur, Sprache oder Nation, aber ich ertrage die Politik des Hasses nicht oder das Eintrichtern von absurden Phrasen in die Köpfe einfacher Leute. Die Aussagen, die sie anschließend wiederholen, können, auch wenn sie komisch klingen, sehr gefährlich werden.
Auch wenn der Dialog, den ich mit einem Galizier führte, ziemlich gewohnt ist, verspür ich immer noch den Druck ihn kurz zu reflektieren.
Als er sich mir näherte stellte er mir eine Frage, die ich nicht verstand. Er machte einen normalen Eindruck, als hätte er wirklich eine offene Frage. Ich konnte nicht wissen, dass er Galizier war. Ich nehme an, dass man dies nicht anhand einer bestimmten Frisur oder der Form der Lippen beim sprechen erraten könne. Ich bin nicht Sherlock Holmes.


Freundlich sagte ich ihm, ich hätte ihn nicht verstanden und bat ihn, die Frage zu wiederholen. Unbewusst sprach ich auf Katalanisch, da es die Sprache ist, die ich gewöhnlich benutze. Ich hatte mir nicht vorstellen können, dass Worte der Höflichkeit für ihn der Köder eines großen Fischs wären. Es war der Fisch des Hasses und der Frustration über die gesamte Kultur, in dem sich der galizische Typ wiederfand.
„Sie zwingen mich Katalanisch zu sprechen“, fing er an zu schreien. „In Galizien zwingen wir niemanden Galizisch zu sprechen und hier wollen sie immer alle dazu zwingen Katalanisch zu sprechen.“


„Wer zwingt Dich?“ Ich versuchte den Kern des Problems zu verstehen. Aber der Typ hörte nicht auf zu schreien und es war unmöglich eine fruchtende Unterhaltung mit ihm zu führen.


„Sprich mit mir auf Galizisch oder Mandarin, wenn du kannst, denn je mehr Sprachen wir wissen, desto reicher sind wir.“ Ich versuchte ihn zu beruhigen, aber es gab keine Möglichkeit mit ihm zu kommunizieren. Er wiederholte nur andauernd dieselben Sätze. Schließlich warf ich ihm einen Blick der Gleichgültigkeit zu und ging um nicht noch mehr Zeit zu verlieren.
Es tut mir leid, dass ich nicht auf eine Antwort, wer ihn zum Katalanisch sprechen zwingen wollte, bestand. Alle Katalanen, nehme ich an. Oder wie sie ihn dazu genötigt hätten. Aber ich schlussfolgere, dass weder der Zwang noch der Druck sehr stark gewesen sein mussten, denn der galizische Typ schien nicht ein Wort Katalanisch zu können, weder der Höflichkeit, noch der Unfreundlichkeit.




Anita Janczak


Read more »